"Wolfssichere" Zäune oder können Wölfe sogar fliegen?

Das Wölfe fliegen können, um Zäune zu überwinden, gehört ganz sicher in den Bereich des Märchens.

Die Berichterstattung über den Wolf seit einiger Zeit in verschiedenen Medien, lässt den gut informierten Wolfsfreund aber vermuten, das der Bevölkerung Märchen über den Wolf erzählt werden.

Weil sachlich und korrekt recherchiert sind die wenigsten Artikel.

 

Es mutet eher so an, das eine gezielte Fehlinformation der Bevölkerung erwünscht ist, um den Wolf, entgegen der wirklichen Verhaltensweise dieses Tieres, in ein völlig verzerrtes Licht zur rücken.

Es wird versucht zu suggerieren, dass die oft zitierte „Akzeptanz“ des Wolfes in der Bevölkerung, nur durch erschossene Wölfe erreicht werden kann.

 

Die Bevölkerung sieht dies aber schon seit geraumer Zeit anders. Mehrere Petitionen für den Wolf in Deutschland, die für die Wölfe einstehen und von mehreren hunderttausend Wolfsfreunden unterzeichnet worden sind, zeigen eine hohe Akzeptanz des Wolfes in Deutschland.

Dennoch wird immer wieder versucht dies zu übergehen und nicht zu berücksichtigen.

Ein Beispiel für die völlig falsche Darstellung von Zusammenhängen zeigt folgender Artikel in der Oldenburgischen Volkszeitung, erschienen am 28.10.2017, in Vechta, „Wölfe reißen neun Schafe auf Mülldeponie“.

 

In diesem Artikel schreibt Herr Matthias Niehues von der OV, dessen Berichterstattung über das Thema Wolf bereits schon seit langer Zeit den Weg des ausgeglichenen und integeren Journalismus verlassen hat, folgenden Satz.

Zitat:

Der Zaun hat drei Stacheldrahtreihen und ist mit elektrischem Untergrabschutz ausgestattet“ (Zitat Ende).

 

Das Bild zeigt exemplarisch eine Lücke zwischen dem Maschendrahtzaun und dem Erdboden. Es ist deutlich zu sehen, das hier kein Untergrabschutz existiert.

Nach Recherche des W-I-S-Z-V ist im Bereich der Mülldeponie kein Untergrabeschutz in irgendeiner Form vorhanden (auch kein elektrischer Untergrabschutz).

 

Weiterhin wird zum jetzigen Zeitpunkt bereits behauptet es wären Wölfe gewesen, obwohl noch keine Analyse der genetischen Untersuchung vorliegt. Woher Herr Niehues seine Erkenntnisse hat, bleibt rätselhaft. Solch eine Aussage zu treffen ist unseriös und nicht wissenschaftlich.

 

Es kommt zu Nutztierissen. Aber nicht jedes Mal ist der Verursacher ein Wolf. Die Ursache dafür ist der vielerorts unzureichende Schutz für die Schafe, Rinder und andere Nutztiere.

 

Dafür gibt es zahlreiche Beispiele...

Ungesicherte Gallowayherde im Wolfsgebiet

Gallowaykalb außerhalb des Weidezaunes im Wolfsgebiet

Das Tor zur Gallowayherde

Ungesicherte Pferdekoppel

Z.B. ist die Goldenstedter Wölfin bereits seit dem Herbst 2014 im Kreis Vechta und Diepholz standorttreu.

 

Anstatt seine Tiere zu (be-) schützen, wonach der Nutztierhalter nach dem Gesetz sogar verpflichtet ist und die ihm im Wolfsgebiet zustehenden Fördermittel und Präventionsgelder zu beantragen, liefert man seine Tiere wie auf dem silbernen Tablet aus. Es wird nach einem potentiellen Riss sofort nach dem Abschuss eines streng geschützten Tieres gerufen, ohne das die Situation intensiv und professionell untersucht wurde.

 

Nun mutet es schon sehr kurios an, wenn in der ortsansässigen Tageszeitung in Vechta vor kurzem berichtet wird, die Wölfe hätten einen 2 m hohen Zaun in Telbrake (Vechta) überwunden und 3 der 5 Nutztiere gerissen.

Vor allem Dingen unter der Voraussetzung, das ein paar hundert Meter südlich von dem „Vorfall“ entfernt, 3 Schafe ohne jeglichen Schutz auf einer Weide grasen.

 

 Diese Schafe weideten völlig ungeschützt nur wenige hundert Meter von dem Grundstück mit dem 2 m hohen Doppelgittermattenzaun entfernt.

Tor des Zaunes in Telbrake (Vechta)

Doppelgittermattenzaun in Telbrake (Vechta)

Das würde potentiell folgendes Szenario voraussetzen.

 

Da läuft die Goldenstedter Wölfin, bzw. das ganze Rudel von Barnstorf nach Telbrake (ca. 6 km Luftlinie für eine Strecke).

Die Wölfe laufen an den völlig ungeschützten Schafen vorbei (siehe Bild oben), überwinden einen 2 m hohen Doppelgittermattenzaun (mit den Spitzen nach oben), öffnen mit chirugischer Präzession die Bäuche der 3 Tiere, ohne zu fressen und wandern dann nach Barnstorf zurück, um dort dann Wildschweine und Rehe zu jagen und diese dann als ihre Nahrung aufzunehmen.

Für einen effektiv jagenden Predator ein sehr ungewöhnliches Verhalten.

 

Aber nicht so spektakulär wie die „Erstübersteigung“ eines Zaunes durch einen Wolf, so kurz vor der Landtagswahl.

 

Anhand von Losungsproben konnten wir (W-I-S-Z-V) nachweisen, das die Barnstorfer Wölfe, das Wildschwein und das Reh als Beute eindeutig bevorzugen.

 

Nun möchte ich den Leser dieser Zeilen herzlich bitten, seien Sie kritisch bei dem Betrachten von Meldungen jeglicher Art in Bezug auf angeblich überwundene wolfssichere Zäune.

Sehr oft fehlt der Strom, der Zaun ist nicht vollständig aufgestellt, Flatterbänder und der Untergrabeschutz fehlen usw.

 

Nun gibt es bereits in der Praxis bewährte Zaunschutzsysteme. Am besten hat sich die Kombination der Gemeinschaft von Mensch, Zaun und Herdenschutzhund bewährt.

 

Zögern Sie als Nutztierhalter bitte nicht Präventionsmaßnahmen und Fördermittel zu beantragen, diese werden ihnen zur Verfügung gestellt, um ihre Nutztiere zu schützen.

 

Herzliche Grüße

 

Jan Olsson

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