Biologie (Verhalten)

Der Wolf

(Canis lupus)

Der Wolf

 

Biologie

 

Unsere europäischen Wölfe gehören nach der Systematik (Klassifizierung von Tierarten in der Biologie) zur Familie der Säugetiere (Mammalia). Als Raubtiere zu der Ordnung Raubtiere (Carnivora). Weiter definiert oder beschreibt die Systematik Wölfe, in dieser Klassifizierung, zu der Familie der Hunde (Canidae) gehörend, bzw. noch spezieller als echte Hunde (Canis).

Die Art ist dann der Grauwolf, Canis lupus.

 

Lebensraum

 

Der Wolf war ursprünglich auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet.

Er benötigt zum Überleben nicht ausschließlich nur Wildnis. Er ist sehr anpassungsfähig und kann auch in der Nähe des Menschen überleben. Er benötigt dafür nur Bereiche, in der er seine Jungen weitestgehend ungestört aufziehen kann. Weiterhin muss genug Nahrung vorhanden sein.

 

Aussehen und Größe

 

Die Rüden sind bis zu 20% größer als die Fähen und vom Gewicht her, deutlich schwerer. Rüden können ca. 50 kg, vereinzelt auch mehr, wiegen. Fähen erreichen zwischen 30 und 40 kg. Die Schulterhöhe beträgt bei Rüden zwischen 70 und 90 cm. Bei Fähen 60 bis 80 cm.

Die Körperlänge wird bei Rüden mit 1,00m - 1,40m angegeben. Fähen erreichen eine Länge zwischen ca. 1m und 1,30m.

 

Grundlegende Kennzeichen eines Wolfes im Winterhaar, sind seine weiße Fellzeichnung im unteren Bereiches seines Fangs, sein schwarzer bzw. dunkler Schwanz (Rute) und ein häufiger dunkel aussehender Sattefleck auf der Schulter. Sie sind durch ihr Winterfell optimal an die Witterungsverhältnisse angepasst.

 

In den warmen Monaten des Jahres sehen die Wölfe deutlich „schlanker“ im „Sommerfell“ aus.

 

Die Fellkennzeichnungen an seinen Flanken variieren je nach Individuum.

 

Hinzu kommen weiße, helle Flecken auf der Oberseite der Schwanzspitze und auf der Schwanzkuppe. Oft sind weiße oder helle Farbbereiche auf den hinteren Oberschenkeln sichtbar.

Auf der Stirn ist vereinzelt ein senkrechter schwarzer Fellstrich zu finden. Weiterhin kann man waagerechte schwarze oder dunkle Fellzeichnungen im Bereich seitlich der Augen finden.

Jeder Wolf hat seine individuelle Fellkennzeichnung. An dieser individuellen Fellkennzeichnung können einzelne Wölfe erkannt (identifiziert) werden.

 

Während des Fellwechsels im Frühjahr können sich Fellmerkmale verändern.

 

Der Wolf ist ein hochbeiniger Langstreckenläufer, der ohne weiteres Entfernungen, wenn notwendig, von 50-100 km, in kurzer Zeit (an einem Tag möglich!) zurücklegen kann.

 

Fortpflanzung

 

Die Paarungszeit (Ranz) findet von Januar bis März eines Jahres statt. Nach einer Tragzeit von meist 63 Tagen, wölft die Fähe in der Regel 4-5 Welpen. Die genau wie unsere Hunde, mit geschlossenen Augen geboren werden.

 

Die Wölfin ist in den ersten Wochen nach der Geburt, überlebenswichtiger Bestandteil für die Jungen. Sie geht in der Regel nicht jagen und kümmert sich sehr fürsorglich um ihre Jungen. Die Nahrungsbeschaffung übernimmt der Rüde. Fällt er aus, sind die Welpen zum Hungertod in den meisten Fällen verurteilt. Es gab auch schon Nachweise, sogar in Deutschland, das eine Wölfin nach dem Tod ihres Rüden, einen anderen Rüden als Partner anerkannt hatte und so die Welpen überlebten!

 

Das Rudel

 

Das Wolfrudel ist ein Familienverband. Es besteht aus dem Vater (Rüden), der Mutter (der Wölfin / Fähe), den Jungen aus diesem Jahr und den Jungen aus dem letzten Jahr. Vereinzelt kommt es vor, das auch ältere Jungtiere noch dem Rudel angehören. Die Jungen lernen von den Elterntieren die notwendigen Kenntnisse zum späteren Überleben.

 

Es gibt bei freilebenden Wölfen keine Alpha- oder Betawölfe. Diese Bezeichnungen werden für gleichaltrige Wölfe in Gefangenschaft verwendet, die keine Rudelbindung bilden, sondern in viel zu kleinen „Lebensbereichen“ eine Rangordnung bilden müssen, die oft sehr gewaltigtätig ausgekämpft werden muss.

 

Nach 1-2 Jahren wandern die Jungtiere aus dem Rudel ab, um neue Rudel zu gründen. Die Wanderungen können zum Teil mehrere hundert Kilometer betragen. So kommt es leider immer wieder zu Verkehrsunfällen mit jungen Wölfen auf der Wanderschaft.

 

So bleiben Rudel in ihren territorialen Gebieten (Wölfe haben ein festes Territorium und verteidigen es gegen andere Wölfe), mit kleinen Schwankungen, immer in einer Rudelgröße von meist 8-10 Exemplaren. Die Größe eines Territoriums beträgt, je nach Nahrungsangebot und Struktur des Lebensraumes zur Zeit in Deutschland zwischen 300 und 500 qkm. 

 

Jährlinge (also ca. 1-2 Jahre alte Jungtiere) kümmern sich liebevoll und intensiv um die Welpen diesen Jahres, wenn die Elterntiere auf Beutefang gehen. Sie beschützen und kümmern sich um die Welpen („Babysitter“).

 

Sinne und Kommunikation

 

Wölfe hören sehr gut. Bis zu 10 km können sie das „Heulen“ ihrer Artgenossen hören. Sie riechen mehrere Kilometer weit. So kann ein Wolf auch kranke Beutetiere förmlich riechen! Sie sehen gut, riechen und hören aber deutlich intensiver. Die bekannteste Verhaltensweise ist das sogenannte „Heulen“. Wölfe empfinden als hochintelligente Lebewesen Trauer, Freude, Ängste und andere Empfindungen, dem Menschen sehr ähnlich.

 

So ist zum Beispiel bekannt (in den USA), das ein Rüde sich auf einen Bergkamm setzte und sehr lange „traurig“ nach seiner Partnerin „heulte“... sie hat ihm aber nicht mehr anworten können...(sie war erschossen worden, wie sich später herausstellte).

Das „Heulen“ hat unterschiedliche „Funktionen“. Es dient dem Kontakt der Rudelmitglieder untereinander, aber auch als Hinweis für andere Wölfe, nach dem Motto: „Ihr anderen Wölfe kommt nicht näher, dieses Revier ist von uns besetzt!“

 

Die Wölfe haben vielfältige Formen des Verhaltens der einzelnen Individuen und Reaktionen untereinander, die das Zusammenleben im Rudel erst möglich machen.

Der Wolf ist ein "hochsoziales" Lebewesen, wie wir Menschen auch...!

 

Infos des W-I-S-Z-V

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