Wie verhalte ich mich bei einer Wolfsbegegnung

Sollte es tatsächlich einmal zu einer Begegnung mit einem freilebenden Wolf kommen, bedenken Sie bitte folgende Gesichtspunkte!

Sollten Sie in der Natur tatsächlich mal einem freilebenden Wolf begegnen, dann freuen Sie sich bitte!

Dann gehören Sie zu den wenigen Menschen, denen dieses Glück zu teil wurde.

 

Das grundsätzliche Verhalten eines Wolfes ist die abwartende Haltung. Er macht es genau wie Sie. Der Wolf ist ein hochintelligentes Tier, er prüft die Situation!

Es gibt nach der bisherigen Forschung zwei grundsätzliche Charaktere der Wölfe. Den neugierigen und den sich eher zurückhaltenden Wolf. Neugierig heißt aber in keinem Fall aggressiv!

Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein junger Wolf, dem Sie begegnen. Er ist in der Regel zwischen ein und zwei Jahre alt. Er befindet sich auf der Wanderschaft und auf der Suche nach einem neuen Territorium.  Jede Gegend und Geräusche etc. sind neu und müssen von ihm "eingeordnet" werden. Sie haben im "übertragenen" Sinne also einen "Teenager" vor sich, der die Welt erkundet...

Älteren Wölfen zu "begegnen" ist aufgrund ihrer Erfahrung und vorzüglichen Sinne (Hören und Riechen, das können die Jungwölfe natürlich auch!) sehr unwahrscheinlich. Sie hören und riechen mehrere Kilometer weit.

Sie können also davon ausgehen, das Sie und der Wolf überrascht sind, sich auf etliche Meter gegenüberstehen!

Sind Sie alleine unterwegs, haben Sie Ihren Hund/Kind oder beides in ihrer Nähe. Bleiben Sie dabei. Halten Sie ihren Hund an der Leine und auch ihr Kind nah bei sich.

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Achtung!

Werfen Sie niemals Futter oder Eßbares einem Wolf zu oder füttern sie ihn an! 

Ein Wolf benötigt kein Futter von Ihnen, er ist ein Wildtier und kommt sehr gut alleine zurecht.

Zudem besteht die Gefahr, das ein Wolf, der an Futter von Menschen gewöhnt wurde, den notwendigen Abstand zum Menschen verliert und Futter anfordert, auch wenn keines da ist.

Das kann für den Wolf das Todesurteil bedeuten (Tötungs- und Erschießungsbefehl durch Behörden) und dafür möchten Sie doch nicht verantwortlich sein, nicht wahr!?

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Zu einer Begegnung mit einem Wolf kann man noch folgendes Interessantes hinzufügen. 

Sie entsprechen nicht dem Beutespektrum des Wolfes, im Gegenteil, Sie suggerieren dem Wolf hier ist noch ein mindestens gleichwertiger "Beutegreifer" unterwegs!

 

Wieso denken Sie vielleicht! Ganz einfach!

 

Beutetiere des Wolfes gehen nicht auf zwei Beinen! Reh, Hirsch und Co haben vier Beine! Das Augenpaar des Menschen ist parallel angeordnet (bei Rehen, Hirschen näher an den Seiten des Kopfes)... wie bei dem Wolf zum Beispiel... das ist in der Natur ein eindeutiges Merkmal für einen Predator (Beutegreifer der seine Beute als Nahrung bzw. zum Essen/Überleben tötet) und auch ganz wichtig, wir benehmen uns im Wald als gehöre er uns (Freizeit- und berufliche Aktivitäten).

Auch hier gilt grundsätzlich kein Predator verletzt einen anderen Predator, weil das kann zum Tod des eigenen Individuums führen. Und das ist auf jeden Fall zu vermeiden.

Daraus folgt. Machen Sie sich groß, Hände über den Kopf, reden Sie laut in Richtung des Wolfes, wenn Sie meinen er wäre Ihnen zu nah. Machen Sie Krach... Ziehen Sie sich langsam zurück (nicht rennen!), sehen Sie dabei in die Richtung des Wolfes. Nach Möglichkeit nichts nach dem Wolf werfen.

 

Oder genießen Sie den Moment, weil Sie gehören zu den ganz wenigen Menschen, denen die Ehre zu Teil wurde, einem freilebenden Wolf zu begegnen...

 

Herzlichst

 

Jan Olsson

Infos des W-I-S-Z-V

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